Paint.NET: Tutorial, um Bilder zu optimieren
Paint.NET: Anleitung – ein Tutorial zur kostenlosen Bildbearbeitung

Paint.NET ist ein Namensvetter von Paint, dem Bildbearbeitungs-Bordmittel von Windows. In Sachen Leistungsfähigkeit liegen zwischen den Programmen Welten.
Foto: iStock.com/ankarb
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Fertigen Sie gern mit der Kamera Bilder an, ist eine Nachbearbeitung nicht schlecht: So optimieren Sie die visuelle Qualität. Dies und das Zuschneiden von Screenshots sowie ein paar Dinge mehr wickeln Sie mit Paint.NET ab.
Ist Fotografieren Ihr Hobby, dann entwickelt sich die Bildbearbeitung womöglich ebenfalls zu einem solchen. Dies könnte dank Paint.NET gelingen, das eine der Top-Lösungen auf diesem Gebiet ist. Auch wenn Sie keinen Spaß an Bilddatei-Verfremdungen haben und etwa das Skalieren von Inhalten nur abwickeln möchten, sind Sie mit Paint.NET gut beraten – das Unterfangen glückt damit schnell und mit Alt-F4 sind Sie aus der Oberfläche rasch wieder raus.
Dank respektabel gelingender Foto- und Screenshot-Feinschliffe würden Fans Paint.NET eher als GIMP beimessen, eine bravouröse Photoshop-Alternative zu sein. Denn die Handhabung fällt weniger umständlich aus als bei GIMP. Letzteres gilt aufgrund seiner Popularität und seines Umfangs als die Gratis-Referenz. Funktional liegt Paint.NET zwischen dem einfachen MS Paint (Windows-Bordmittel) und dem komplexen GIMP, bei der Bedienung verhält es sich ähnlich. Die Usability ist bei GIMP dank mittlerweile werkseitig aktiviertem Einzelfenstermodus besser als anno dazumal, nichtsdestotrotz eilt Paint.NET hier mit einem Respektabstand voraus.
GIMP ist quelloffen (Open Source), Paint.NET war das einst, ist es aber nicht mehr. Eine Vorinstallation findet sich bei letzterer Anwendung auf Computern in der Regel nicht – weder seitens Geräteherstellern noch seitens Betriebssystem-Distributoren (Microsoft und auf dem Linux-Kernel aufsetzende Anbieter).
Unter Linux ist GIMP teilweise schon mit dabei, unter Windows hingegen stets Paint (mspaint.exe). Die letztgenannte Applikation erhielt mit Windows 7 ein Ribbon-Menüband, das in der Variante unter Windows 8(.1) und Windows 10 weiterhin Bestand hatte. Windows 11 schmiss die Ribbons hier (und im seit Windows 8 mit Ribbons versehenen Explorer) über Bord – sie stecken jetzt nur noch in WordPad. Die Handhabung der mspaint.exe-Bordapplikation ist somit wie bei ihrem Auftauchen in den Windows-7-Vorgängern Windows XP/Vista wieder ohne Ribbons; die Usability fällt beim Windows-10-Nachfolger dennoch beherrschbar und die Darbietung moderner als bei XP/Vista aus. Ob die Benutzung aber besser als zu Ribbon-Zeiten gelingt, ist eine Frage des eigenen Geschmacks. Paint.NET emanzipiert sich wie ein Großteil der Bildbearbeitungen von einem Ribbon-Konzept. Freunde der klassischen Bedienschule nehmen das gern zur Kenntnis. Hier steht die Nutzungsweise eher nicht auf wackeligen Beinen, sondern bleibt über Jahre hinweg standhaft.

Mit Paint.NET geht im Bereich der Fotobearbeitung vieles. Als Viewer für Ihre Bilder ist die Anwendung überdimensioniert und nicht schlank genug, für das Verfremden ist sie famos.
Paint.NET: Features und Werdegang
Paint.NET gibt es sowohl als installierbare Standardversion für Windows als auch als App für Microsoft-Betriebssysteme. Von der App lassen Sie besser die Finger, sie kostet knapp 10 Euro. Wer die jedoch übrig hat, erwägt einen Erwerb der Applikation und unterstützt somit finanziell die Entwicklung des Projekts. Ein Lohn für die Verantwortlichen: Die App-Fassung gewann den "Microsoft Store App Award" im Jahr 2022 im Bereich "Creativity – Graphics and 3D".
Laut Anbieter begann die Entwicklung als ein von Microsoft gefördertes Designprojekt für Hochschulabsolventen. Ursprünglich als kostenloser Ersatz für die mit Windows gelieferte Software Paint gedacht, habe sich Paint.NET zu einem leistungsstarken und dennoch einfachen Bild- und Fotobearbeitungsprogramm entwickelt. Dem ist zuzustimmen: In Paint.NET treffen Sie auf automatische Farbverbesserungen und Effektfilter und erhalten mit Ebenen eine Profifunktion. Das Hantieren mit Screenshots ist möglich. Auch skalieren Sie Inhalte. Mit Plug-ins erweitern Sie bei Bedarf den Funktionsumfang, ähnlich wie beim Foto-Viewer "IrfanView".
Mit Pinta gibt es eine Alternative zu Paint.NET, die einen Klon von diesem darstellt. Wir raten zum Einsatz des Originals, da es uns besser erscheint. Es stehen hier etwa im Strg-S-Dialog mehr Speicherformate zur Wahl. Pinta zeigt Tabs, mit denen Sie mehrere geöffnete Projekte in ein und demselben Fenster verwalten; bei Paint.NET sind ebenfalls Registerkarten an Bord, doch in weniger klassischer Ausführung. Sie ist besser als bei Pinta: So bekommen User nur bei Paint.NET bei den Registern jeweils eine Vorschau (Preview-Ansicht) im kleinen Thumbnail-Größenformat geboten.
Beachten Sie, dass Paint.NET bei ausgiebigem Gebrauch zu einem RAM-Verschwender (Random Access Memory, Arbeitsspeicher) mutiert: Ähnlich wie VirtualBox-VM-Projekte benötigt die Anwendung bei diversen parallel geöffneten Inhalten schnell mal Hunderte Megabyte Hauptspeicher. Das Schließen des Fensters schafft Ihnen diesen Ressourcenfresser vom Hals.
Anleitung zu Paint.NET: Erste Schritte – Installation
Seit Paint.NET 5 ist Windows 10 oder Windows 11 erforderlich, um die Anwendung zu installieren. Sie unterstützte in unseren Tests kein Windows 7 und Windows 8.1 mehr. Beim Verschlüsselungs-Klassiker-Tool "VeraCrypt" gab es einst eine Rückportierung des OS-Supports, die Softwareversion 1.25.7 unterstützte laut Changelog wieder Windows Vista, 7 und 8(.1) – so etwas sollten Sie bei Paint.NET nicht erwarten, wer es einsetzen will, braucht eine zeitgemäße Plattform respektive offiziell mindestens Windows 10 1809. Mit Windows 11 als Basis fahren Sie ebenfalls gut. Die Installation ist schnell erledigt: Wahlweise verwenden Sie hierbei eine "Schnell"- oder eine "Benutzerdefiniert"-Variante. Wir raten zu der ersten Art, da Sie damit ein wenig Zeit sparen.
Der Paint.NET-5-Release brachte Verbesserungen vor allem bei der Geschwindigkeit, so kommt es gemäß Änderungsprotokoll deutlich öfter zu einer GPU-Zuhilfenahme (Graphical User Interface, Grafikprozessor der Grafikkarte) – bei dieser Hardwarebeschleunigung greift die Grafikkarten-Recheneinheit dem häufig weniger schnellen Prozessor unter die Arme.
Paint.NET: Malen

Mit Paint.NET fertigen Sie Pixelkunst an. Darüber hinaus sind die möglichen Ergebnisse in professionellerer Manier möglich, denn es finden sich viele ausgefeilte Features.
Nach dem Start von Paint.NET malen Sie ähnlich wie beim Windows-eigenen Paint drauflos. Es genügt, den Bildschirmcursor bei gedrückter linker Maustaste über den Arbeitsbereich gleiten zu lassen. Möchten Sie eine andere Farbe verwenden, wählen Sie diese im (verschiebbaren) Fenster unten links in einer kreisförmigen Kolorierungspalette aus.
Hier schalten Sie per Drop-down-Menü zwischen "Primärfarbe" und "Sekundärfarbe" um: Je nachdem, was gewählt ist, suchen Sie sich mit der Maus eine Farbe aus. Wenn Sie sich in der Folge mit der linken Maustaste auf dem Arbeitsblatt betätigen, kommt die Primärfarbe zum Einsatz; beim Streifen des Bedienelements mit der rechten Maustaste tritt die als Sekundärfarbe definierte Kolorierung in Erscheinung. Die "Pinselgröße" für ausladendere Striche passen Sie im oberen Oberflächen-Bereich von Paint.NET auf Wunsch an.
Paint.NET: Screenshot einfügen und speichern
Betätigen Sie die Druck-S-Abf-Taste auf Ihrer Tastatur, gelangt ein Screenshot in die Zwischenablage des RAMs. Den fügen Sie in Paint.NET ein – um ihn dauerhaft auf Ihrer Harddisk oder SSD aufzubewahren. Nach dem Anwendungsaufruf drücken Sie hierzu Strg-V und klicken auf "Leinwand vergrößern". Mit Strg-S speichern Sie nun in der originalen Auflösung Ihres Monitors.
Möchten Sie eine Screenshot-Skalierung durchführen, also die Pixelmaße reduzieren oder sie erhöhen, geht das nach dem Betreten des Paint.NET-Interfaces mithilfe von Strg-N. Es öffnet sich ein neues Fenster, darin tippen Sie die präferierten Werte für Breite und Höhe ein; das bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Im Folgenden drücken Sie Strg-V zum Einfügen und klicken bei kleineren angegebenen Pixelmaßen als die des Screenshots auf "Leinwandgröße beibehalten" (bei einer Pixelzahl-Erhöhung entfällt das).
Durch das Verschieben mit der Maus passen Sie den Abschnitt an, der zu sehen sein soll. Wenn Sie ferner mittels Randsymbol Ihres Screenshots eine Vergrößerung bestimmter Bereiche erzielen möchten, sollten Sie die Umschalttaste gedrückt halten, um die Proportionen beizubehalten. Gefällt Ihnen das Ergebnis, speichern Sie es mit Strg-S.
Paint.NET: Effekte auf Bilder anwenden
Ob eine mit Strg-O geöffnete Bilddatei oder ein mit Strg-V eingefügter RAM-Clipboard-/-Zwischenablage-Screenshot: Die optische Darbietung hübschen Sie auf. Der schnellste Weg führt in der Menüleiste oben über "Korrekturen > Automatisch". Einen Moment nach dem Ansteuern der Klickfläche gefällt Ihnen das im Programm dargestellte Werk im Idealfall ein wenig besser.
Wunder sollten Sie nicht erwarten, der Ashampoo Photo Optimizer erzielt wohl meist die ansehnlicheren Ergebnisse; auch diejenigen von Engelmanns "Photomizer" können sich sehen lassen. Beide Alternativen erhalten Sie bei uns als Gratis-Vollversion. Auch hier schaffen Sie im Ein-Klick-Verfahren schönere Farben.
Möchten Sie manuell an den Farbparametern werkeln, rufen Sie Schieberegler auf, die Ihnen zur Seite stehen: Die nötigen Menüleisten-Klickfolgen lauten "Korrekturen > Farbton / Sättigung" und "Korrekturen > Helligkeit / Kontrast". Angegeben sind bei den diversen Menüleisten-Befehlen Tastenkombinationen für eine schnelle Funktionsanwahl, das Ausprobieren lohnt sich etwa bei Strg-Umschalt-G für eine Umwandlung in ein Schwarz-Weiß-Bild. Strg-Umschalt-E ebnet Ihnen den Weg zu einem Sepia-Look.

Schieberegler für Helligkeit und Kontrast befähigen Sie, Aufnahmen in den Beauty-Salon zu schicken. Eine flaue Anmutung eines Bildnisses bekommen Sie damit rasch in den Griff.
In den kaskadierenden Menüs in der Menüleisten-Sektion "Effekte" erhalten Sie noch mehr Experimentierspielraum. Kaskadieren bedeutet, dass ein Mouseover oder ein Klick (auch im Falle von Paint.NET geht beides) genügt, um einen Quasi-Ordner-Eintrag mit weiteren Funktionen auszuklappen.
Unter "Effekte > Foto" finden Sie beispielsweise die Bearbeitungsvariante "Rote Augen entfernen". Mit "Effekte > Künstlerisch > Bleistiftskizze" fertigen Sie zum Drucken und dann Ausmalen geeignete Kunst an, während die "Effekte"-Varianten namens "Künstlerisch > Ölgemälde" und "Künstlerisch > Skizze nachzeichnen" schlüsselfertige kleine Meisterwerke erschaffen.
Unter "Effekte > Verzerren" finden sich Funktionsangebote wie "Dellen" (diese hämmern Sie in Ihr Bild quasi ein) und für einen kleinen Plastizitätszauber das Generieren einer "Wölbung".
Wie im Foto-Editing-Genre üblich, sollten bei Ihnen der Hotkey Strg-Z in Fleisch und Blut übergegangen sein: Er dient dem "Undo", also dem Rückgängig-Machen der zuletzt ausgeführten Operation(en). Es entfällt auf diese Weise, einen Inhalt erneut in die Bildbearbeitung zu laden, sollte Ihnen eine gerade eben getätigte Modifikation nicht zusagen.

In diesem Beispiel haben wir eine Bleistiftskizze erzeugt. Zu sehen ist ein Schaf. Im Artikelbild oben betrachten Sie die Aufnahme ohne Skizzen-Wandlung. Die Intensität des Effekts lässt sich mit Schiebereglern anpassen, sodass es gelingt, den Paarhufer toll in Szene zu setzen.
Paint.NET: Einstellungen aufrufen
Möchten Sie in die Settings der Anwendung wechseln? Diese erreichen Sie statt per Menüleisten-Eintrag anderswo: Oben rechts taucht in der Arbeitsumgebung ein Schraubensymbol auf, das klicken Sie an. Im aufpoppenden Fenster geben Sie als "Farbschema" etwa mit "Dunkel" einen Dark Mode vor.
Im Einstellungen-Abschnitt "Grafik" stoßen Sie auf Paint.NETs GPGPU-Ambitionen (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit), also das Einspannen der Grafikkarten-GPU für einen Tempo-Boost. Das Deaktivieren von GPGPU an dieser Stelle ist im Allgemeinen nicht zu empfehlen. Ausnahmen sind Rendering- und Stabilitätsprobleme, ausgelöst durch alte Treiber. Im Zweifelsfall dürfte es besser sein, ein allumfassendes PC-Treiber-Update mithilfe des IObit-Tools "Driver Booster Free" durchzuführen, als auf die Hardwarebeschleunigung mittels der GPU/GPGPU von Paint.NET zu verzichten.