Windows-Geräte-Manager-Tutorial
Windows 10/11: Geräte-Manager aufrufen und nutzen – plus: Alternativen

So bekommen Sie mit dem Geräte-Manager lästige Hardware- und Treiber-Havarien in den Griff. Die Tipps im Artikel beziehen sich auf Windows 10/11 und auf Windows 7/8.1.
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Der Windows-Geräte-Manager dient zur (De-)Installation von Treibern und (de)aktiviert sowie aktualisiert sie. Das Tool zeigt Infos über sie an und hilft beim Troubleshooting. So gehen Sie vor und das ist beim Updaten generell zu beachten.
Der Geräte-Manager von Windows ist die wichtigste Anlaufstelle, wenn es um das Einholen von Informationen zur PC-Peripherie und um Treiber geht. Peripherie bezeichnet PC-Komponenten, interne wie auch (etwa per USB angeschlossene) externe. Zur Nutzung dieser Geräte braucht es jeweils einen Treiber. Der Geräte-Manager listet Ihnen Infos zu alledem – und wenn Sie tiefer einsteigen, erhalten Sie sehr technisch gehaltene Angaben. Aufrufen müssen Sie das Bordmittel im Idealfall nie: Denn die hier bereitgestellten Daten und Funktionen dienen vor allem dem Troubleshooting. Wenn Ihr PC rund läuft, ist diese Fehlerbehebung nicht nötig.
Es schadet trotzdem nicht, sich mit dem Geräte-Manager vertraut zu machen: Drückt später einmal der Schuh, wissen Sie dann, was zu tun ist. Sind Sie zu diesem Artikel gelangt, da in diesem Moment eine Hardware-Komponente zickt, bekommen Sie schnelle Hilfe zu Treiber-Updates. Dabei ist der Geräte-Manager keine große Hilfe, am besten setzen Sie zu diesem Zweck ein anderes Tool ein. Dieser Ratgeber vermittelt Ihnen zunächst Grundlegendes zu Treibern, danach gibt er zehn Tipps zum Geräte-Manager.
Kostenlose Treiber-Tools und Geräte-Manager-Alternativen:
» Driver Booster Free – downloadet und installiert Treiber-Updates
» Ashampoo Driver Updater – vielversprechende Testversion, die Treiber nicht in einem Rutsch, aber einzeln aktualisiert
» Snappy Drivers – spürt neuere und sogar ältere (!) Treiber-Versionen auf
» SUMo (Software Update Monitor) – meldet Updates für Programme
» DUMo (Driver Update Monitor) – meldet Treiber-Updates; wie bei SUMO kein Auto-Download, googelt auf Wunsch Ihre Treiber
» BIOS-Update-Finder – spürt Aktualisierungen für die zentrale PC-Firmware auf
» Unknown Device Identifier – googelt die Treiber-Einträge im Geräte-Manager
» Windows 10 – modernes Betriebssystem mit guter Treiber-Ausstattung
» Windows 11 – modernes Betriebssystem mit guter Treiber-Ausstattung
» Speccy – zeigt umfassende Details zu den PC-Bauteilen in Listenform an
» SiSoft Sandra Lite – ähnlich wie Speccy, inklusive zusätzlicher Benchmarks
» AIDA64 Extreme Edition – leistungsfähige, kostenpflichtige SiSandra-Alternative
» IObit SysInfo Free – zeigt System-Infos wie die Größe der Registry an
» Ashampoo Driver Updater – vielversprechende Testversion, die Treiber nicht in einem Rutsch, aber einzeln aktualisiert
» Snappy Drivers – spürt neuere und sogar ältere (!) Treiber-Versionen auf
» SUMo (Software Update Monitor) – meldet Updates für Programme
» DUMo (Driver Update Monitor) – meldet Treiber-Updates; wie bei SUMO kein Auto-Download, googelt auf Wunsch Ihre Treiber
» BIOS-Update-Finder – spürt Aktualisierungen für die zentrale PC-Firmware auf
» Unknown Device Identifier – googelt die Treiber-Einträge im Geräte-Manager
» Windows 10 – modernes Betriebssystem mit guter Treiber-Ausstattung
» Windows 11 – modernes Betriebssystem mit guter Treiber-Ausstattung
» Speccy – zeigt umfassende Details zu den PC-Bauteilen in Listenform an
» SiSoft Sandra Lite – ähnlich wie Speccy, inklusive zusätzlicher Benchmarks
» AIDA64 Extreme Edition – leistungsfähige, kostenpflichtige SiSandra-Alternative
» IObit SysInfo Free – zeigt System-Infos wie die Größe der Registry an
Was sind Treiber? Wofür brauche ich den Geräte-Manager?
Treiber sind Steuerungsprogramme, die die Bauteile in Ihrem PC und externe Geräte, zum Beispiel USB-Sticks und transportable Festplatten, zum Leben erwecken. Die Anwendungen vermitteln zwischen dieser Peripherie und Windows. Stöpseln Sie ein Gerät an einer der USB-Schnittstellen Ihres Rechners an, kommt Windows in vielen Fällen mit ihm zurecht, ohne dass Sie einen Treiber installieren müssten (Plug & Play). Eine Grafikkarte nehmen Sie ebenfalls einfach so in Betrieb: Nach dem Einbau hat Windows den passenden Treiber schon parat. Doch handelt es sich dabei nur um einen Basis-Treiber. Ein solcher läuft zwar stabil, jedoch schöpfen Sie damit Ihre Gerätschaften nicht immer vollumfänglich aus.
Vor allem bei PC-Komponenten, bei denen große Datenmengen etwa über die schnelle PCI-Express-Schnittstelle fließen, darunter NVMe-SSDs und Grafikkarten, bewirkt die Installation eines neueren Treibers häufig mehr Tempo. Im Falle einer NVMe-SSD ist ein Speed-Zuwachs ferner durch das Aktivieren eines Schreibcaches zu erreichen, was womöglich der Treiber erledigt. Ein Update für den Grafikkarten-Treiber bringt oft unter anderem Fehlerkorrekturen mit und erhöht allgemein oder zumindest in einigen Spielen das Tempo. Die Grafikchip-Anbieter AMD und Nvidia bringen gerne optimierte Fassungen ihrer Steuerungsprogramme heraus, die an bestimmte neueste Games angepasst sind. Auch neue Grafikeffekte wie Raytracing und HDR werden so möglich. Vereinzelt gab es Meldungen zu Sicherheitslücken in Treibern, mittlerweile sind Updates für sie also nicht nur performance- und stabilitäts-, sondern immer öfter sicherheitsrelevant. Mit einem Drucker drucken Sie zwar schon mit dem Windows-Standard-Treiber souverän. Der "richtige" Drucker-Treiber vom Hersteller beschert Ihnen aber vermutlich neue Funktionen; die Oberfläche (Interface) des neuesten Drucker-Treibers bietet mehr Konfigurationsspielraum.
Letztlich sind auch einige Software-Funktionen in Form von Treibern realisiert: Antivirus, Defragmentierer, VPN-Lösungen, Firewalls, RAM-Disks und virtuelle Maschinen setzen SYS-Dateien ein. *.sys ist die Endung von Treiber-Dateien. Auch versteckte Systemdateien auf der C:\-Partition, die ausgeblendet sind, sind Treiber: pagefile.sys, hiberfil.sys und swapfile.sys. Die genauen Funktionen der Files erläutern wir in unserem Auslagerungsdatei-Ratgeber.
Treiber laufen entweder im User-Modus oder im Kernel-Modus. In letzterem Modus arbeitet auch der Windows-Kernel, welcher der unsichtbare Kern des Betriebssystems ist und der über dessen Qualität mitbestimmt. Im auch Prozessor-Ring 0 genannten Kernel-Modus ist ein direkter Hardwarezugriff möglich. Daher sollte hier nur sicherer Code laufen. Performancekritische Treiber fühlen sich hier wohl. Seit Windows Vista 64 Bit akzeptiert das Betriebssystem indes standardmäßig nur noch signierte, also in ihrer Qualität geprüfte Treiber.
Hier ist das Windows Hardware Quality Labs (WHQL) ein gutes Stichwort: Hardware-Hersteller durchlaufen verschiedene Zuverlässigkeits-Tests von Microsoft. Bestehen ihre Treiber die Prüfungen, erhalten die Hersteller eine WHQL-Zertifizierung. Ein entsprechender Entwickler baut dann eine Signaturdatei von Microsoft in seine Treiber ein. Bei den Nutzern zeigt Windows bei deren Installation in der Folge keinen Warnhinweis an. Microsoft beschreibt das wie folgt: "Treiber, die nicht WHQL-signiert sind, werden auch als nicht signierte Treiber bezeichnet. Treiber, die WHQL-signiert sind, werden auch als signierte Treiber bezeichnet".
Treiber vs. Firmware
Neben Treibern gibt es die sogenannte Firmware: Während Sie auf Ihrem PC gegebenenfalls einen Treiber installieren, ist auf Geräten mit einer Firmware bereits ein Treiber-Gegenstück vorhanden. Die Software ist in die Hardware "eingebacken", "eingebrannt", "eingegossen", und ist nicht so einfach zu aktualisieren, wie das bei Treibern am PC der Fall ist. Das Motherboard Ihres PCs ist ein prominentes Beispiel für Hardware mit einer Firmware: Sie heißt BIOS (Basic Input/Output System), bei neueren PCs UEFI (Unified Extensible Firmware Interface). Wer das BIOS respektive das UEFI updaten möchte, geht dabei ein ungleich höheres Risiko als bei Treiber-Aktualisierungen ein.
Im schlimmsten Fall machen Sie damit Ihren PC kaputt. Das passiert wohl nur selten, kommt aber vor, wenn Sie nicht genau nach Anleitung vorgehen und/oder wenn während des Tauschens der Firmware (Flashen) der Strom ausfällt. Kaum bekannt ist, dass auch Grafikkarten ein BIOS haben. Fehlgeschlagene BIOS-Updates sind halb so schlimm, wenn es hardwareseitig ein Backup-BIOS gibt. Bei Treibern ist ein Rollback besonders einfach: Schon Windows 7 bot im Geräte-Manager die Möglichkeit, über die Eigenschaften eines Treibers per Schaltfläche eine vormals installierte Version erneut in Betrieb zu nehmen.
Treiber-Probleme lösen
Wenn es am PC hakt, sollten Sie in Erwägung ziehen, dass es an einem Treiber liegt. Nicht von ungefähr kommt der Tipp, vor – aber auch nach – einem Windows-10-Feature-Update die installierten Steuerungsprogramme auf den neuesten Stand zu bringen. Für Windows 11 und jüngere Systeme gilt Ähnliches. Das Ganze hilft zum Beispiel, wenn der Mauszeiger plötzlich ruckelt. Das wohl häufigste Problem, das Treiber-Komplikationen zur Folge haben, sind aber Bluescreens: Windows stürzt dabei mit einer Fehlermeldung ab.
Je nach Systemeinstellung sehen Sie die zugehörige Meldung, eventuell bootet das Betriebssystem aber auch direkt neu. Die vermutlich häufigste Ursache für Bluescreens sind Konflikte mit Treibern; Hardwareschäden kommen hier ebenfalls infrage, sind aber seltener der Auslöser. Wer zum Beispiel von Watchdog-Fehlermeldungen geplagt ist, wobei Windows in einen Bluescreen crasht, schafft durch das Aktualisieren des Laufwerk-Treibers Abhilfe.
Wenn der PC zickt: Ist der Treiber oder das Gerät bockig?
Nicht immer sind Treiber die Wurzel eines Technikübels: Denn das Zusammenspiel zwischen Hardware und Software ist wichtig. Wenn etwa nach einem größeren Update von Windows 10 eine Hardware nicht mehr korrekt funktioniert, ist der schwarze Peter vermutlich Microsoft zuzuschieben. Microsoft bringt seine Betriebssysteme für unzählige Kombinationen aus Hardware und Software heraus; da lassen sich unmöglich vor einer Update-Veröffentlichung jegliche Konstellationen testen. Wobei das mittlerweile doch ein Stück weit geht, dank des Windows-Insider-Programms. Anders verhält es sich bei Apple, wo die Hardware und Software aus einer Hand stammen. Microsoft ist inzwischen zwar auch als Hardware-Anbieter tätig ist – Stichwort Surface –, die Redmonder Firma hat aber nach wie vor den Ruf eines Softwareriesen inne.
Als Faustregel gilt: Ist ein Treiber schuld an einem Problem, dann funktioniert die bockende Hardware wohl an einem anderen PC mit abweichendem softwareseitigem Aktualitätsstand. Wenn hingegen ein Gerät selbst defekt ist, dann arbeitet es weder an Ihrem PC noch an einem zweiten (Test-)Computer noch an dem eines Freundes.
Erhärtet sich Ihre Vermutung, dass ein Treiber Chaos stiftet, haben Sie mehrere Möglichkeiten: Wer tiefer graben möchte, analysiert im Falle eines Bluescreens etwa mit dem Nirsoft-Tool "BlueScreenView" den blauen Fehlerbildschirm. In der Software sehen Sie, welche Dateien zum Zeitpunkt des PC-Absturzes geladen waren; googeln Sie die problemverursachende SYS-Datei, wissen Sie, welchen Treiber Sie herunterladen und aktualisieren müssen. Der enthält hoffentlich Bugfixing und behebt die Misere der PC-Crashs. Liegen keine PC-Abstürze vor, sondern ein Gerät funktioniert einfach nicht (mehr vollständig), prüfen Sie im Geräte-Manager, ob Windows es aufgrund eines installierten Treibers überhaupt ansprechen kann. Wenn die Hardware im Geräte-Manager nicht oder mit einem Warnsymbol auftaucht, sollten Sie den Treiber installieren respektive aktualisieren. Die Updater-Funktion im Geräte-Manager ist indes leider nicht sehr gut. In der Regel liefert sie kein Ergebnis und hält Ihren PC-Treiber-Bestand irrtümlich für aktuell. Eine gute Alternative zur Update-Funktion sind externe Aktualisier-Utilities wie IObits "Driver Booster Free".
Manche Treiber-Updater sind durchwachsen
Alternativ zum kostenlosen Driver Booster setzen Sie einen anderen Treiber-Updater ein, die IObit-Lösung ist aber die beste auf dem Freeware-Markt. Kostenpflichtige Treiber-Updater sind womöglich auf Augenhöhe – je nachdem, wie gut die Hersteller ihre Treiber-Versionsdatenbanken pflegen und welche PC-Bauteile bei Ihnen zum Einsatz kommen. Verfügbare Testversionen sind aber mit Pech so stark eingeschränkt, dass Sie die Katze im Sack kaufen. Auch vom Driver Booster existiert eine kommerzielle Version; die Gratis-Fassung ist allerdings so solide, dass Sie bereits mit ihr gut fahren. Die Anwendung sucht, downloadet und installiert gefundene neuere Treiber und führt am Ende (durch das Setzen eines Häkchens) auf Wunsch sogar einen Windows-Neustart aus. Dieser ist nötig, um Treiber-Installationen abzuschließen. Haben Sie keinen konkreten Verdacht, welcher Treiber bei Ihnen Amok läuft, verzichten Sie beim Driver Booster darauf, Treiber einzeln aufzufrischen: Selektive Nutzung bietet zwar eine gewisse Kontrolle, bequemer machen Sie es sich aber mit dem Aktualisieren aller Steuerungsprogramme in einem Rutsch. War ein PC-Problem treiberbegründet, sollte es sich nach dem Reboot in Luft auflösen.
Einige Treiber-Updater finden hingegen keine (oft beim Geräte-Manager der Fall) oder nur wenige (etwa das betagte SlimDrivers) Aktualisierungen; beim Driver Booster Free profitieren Sie von recht hoher Quantität. Auch die Qualität stimmt, denn anders als diverse Rohrkrepierer-Updater-Tools liefert er wirklich aktuellere Versionen. So manches Konkurrenz-Tool findet zwar neuere, aber nicht die neuesten Fassungen. Oder eine Mitbewerber-Anwendung bügelt ältere Treiber über Ihre vorhandenen neueren – oder schafft gar unpassenden Code an, was schlimmstenfalls in einem Bluescreen mündet.
Geräte-Manager statt Treiber-Tools einsetzen
Möchten Sie die volle Kontrolle, vertrauen Sie Update-Tools besser nicht: Driver Booster Free läuft bei uns zwar seit Jahren zuverlässig, doch mancher Anwender möchte aus Prinzip den hier inbegriffenen Automatiken nicht seinen PC anvertrauen. Dann nutzen Sie den Driver Booster allenfalls für einen Scan auf Aktuelleres, doch downloaden Sie die aufgespürten Treiber von Hand. Die beste Anlaufstelle sind dafür die Hersteller-Websites von Grafikkarten, WLAN-Adaptern, Druckern & Co.: Dort konkretisieren Sie mit Menüs oder einem Sucheingabefeld, wofür Sie einen Treiber brauchen.
Dabei geben Sie oft die Produktkategorie, etwa Desktop-PC, und dessen genaue Modellnummer oder die Geräte-Modellreihe an. Ihre genaue PC-Bezeichnung liest etwa das Batch-Tool "PC-Modell anzeigen" aus. Downloaden Sie den gewünschten Treiber passend zur Bit-Version Ihres Betriebssystems; 32-Bit-Treiber laufen nicht unter Windows 64 Bit, während 64-Bit-Treiber unter Windows 32 Bit nicht funktionieren (unpassende Installer lassen sich glücklicherweise nicht durchlaufen). Windows 11 gibt es nur noch 64-bittig, anders als Windows 10 und älter. Benötigen Sie bei einem Komplett-PC ein Treiber-Update, schauen Sie nicht im Support-Bereich des Herstellers der jeweiligen PC-Komponente, sondern auf der Website des Computer-(OEM-)Anbieters wie etwa Medion.
Bei externer Peripherie beziehen Sie wiederum einen Treiber vom Hersteller des Produkts, egal, ob Sie Ihren PC selbst zusammengebaut oder schlüsselfertig gekauft haben – sofern nötig, denn es gibt ja Plug & Play.

Ein Tausendsassa: Der Geräte-Manager ist unter Windows 11 im Vergleich zu Windows 10 sogar erweitert. Wer das informationelle Maximum ausschöpfen will, sollte Neueres als Windows 10 einsetzen. Doch sind die aufgebohrten Möglichkeiten vor allem für Experten interessant.
Den Geräte-Manager setzen Sie gut ergänzend zu Treiber-Updater-Tools und manuellen Treiber-Installationen ein: In ihm kontrollieren Sie beispielsweise die Versionsnummern der bei Ihnen vorhandenen Treiber. Nach Abschluss einer Aktualisierung sollte die entsprechende Nummer höher sein. Daneben installieren Sie über das Bordmittel auch Treiber: Liegen sie mal nicht im EXE-Format vor, es handelt sich also um kein üppiges Setup-Paket? Dann binden Sie die stattdessen jeweils vorliegende INF-Datei in Windows ein. Dies erfolgt über einen Rechtsklick auf das File und den Kontextmenüpunkt "Installieren", einige Anleitungen empfehlen alternativ zur INF-Einbindung den Geräte-Manager (Rechtsklick darin ausführen, Kontextmenü bemühen).
Versteckte Downgrade-Funktion
Mit dem Geräte-Manager führen Sie ein Downgrade auf eine ältere Treiber-Version aus, wenn eine neuere Probleme macht. Die Version muss vormals aber vorhanden gewesen sein, damit Ihnen Windows den Rollback anbietet; andernfalls ist die hierzu vorgesehene Schaltfläche ausgegraut. Einen anderen Ansatz verfolgt das Tool "Snappy Driver Uninstaller", das im Internet wahlweise neuere oder ältere Treiber-Versionen sucht. In der Regel sind neuere Treiber zu bevorzugen. Nur in Ausnahmefällen laufen ältere Treiber besser.
Eine Option zur Problemlösung in Sachen Treiber sind Beta-Updates: Die Hersteller haben sie noch nicht umfassend auf ihre Stabilität getestet, sie bringen neueste Funktionen und Verbesserungen mit. Havariert bei Ihnen ein ausgereifter Final-Treiber, könnten Sie ihn testweise durch eine jüngere Beta-Version ersetzen, sofern verfügbar. Womöglich findet sich hier Bugfixing, das Ihren PC stabilisiert. Umgekehrt könnte ein Beta-Treiber aber auch Fehler verantworten: Dann heißt es runter damit.
Sind Sie im Begriff, einen Treiber zu downloaden, achten Sie auf einen Changelog des Herstellers: Dort gibt er an, was die jeweilige (neueste) Programmversion ändert. Sind genau die Ungereimtheiten behoben, die Sie plagen, dann Bingo. Umgekehrt gibt es womöglich eine Liste der "Known Issues" – also Probleme, die diese (Beta-)Treiber-Version mit sich bringt. Anhand des Änderungsprotokolls wägen Sie ab, ob sich der Treiberbezug lohnt.
1. Geräte-Manager aufrufen
Den Geräte-Manager starten Sie unter Windows 7/8.1/10/11 über Win-R und den Befehl devmgmt.msc. Seit Windows 8.1 klicken Sie alternativ mit der rechten Maustaste auf den Startbutton (oder Sie drücken Win-X) und wählen "Geräte-Manager". Eine weitere Methode: Betätigen Sie Win-R und geben Sie einen CLSID-Befehl ein. Übertragen Sie ihn per Copy & Paste:
shell:::{74246bfc-4c96-11d0-abef-0020af6b0b7a}
Den Geräte-Manager erreichen Sie ebenfalls per Startmenü: Dort geben Sie buchstabenweise "Geräte-Manager" ein und bestätigen mit der Eingabetaste. Auch wenn Sie Win-Pause drücken, um die Systemeigenschaften aufzurufen, ist der Geräte-Manager nicht weit: Klicken Sie auf den Link "Geräte-Manager" (bei Windows 10 22H2 in der Einstellungen-App unter "Verwandte Einstellungen", unter Windows 11 22H2 dort unter "Verwandt" gelistet).
2. Geräte- und Treiber-Infos abrufen
Der Geräte-Manager gliedert sich in Baumeinträge. Per Doppelklick auf eine der Gerätekategorien klappen Sie weitere Einträge aus, nach Auswählen etwa von "Grafikkarten" sehen Sie zum Beispiel Ihre verbaute dedizierte PCIe-Grafikkarte. Handelt es sich hingegen um eine iGPU (Integrated GPU), also um eine im Prozessor eingebaute Grafikeinheit, finden Sie deren Namen aufgeführt. Steckt sowohl eine iGPU als auch eine dedizierte GPU im PC, betrachten Sie im Grafiksegment zwei Einträge.
Per Doppelklick auf einen der Gerätenamen öffnen Sie die Eigenschaften der jeweiligen Hardwarekomponente respektive des Treibers. Wechseln Sie dort auf die Registerkarte "Treiber", erscheint hinter "Treiberversion" eine Angabe zur Software-Aktualität. Über einer Onlinerecherche im Browser prüfen Sie, ob es etwas Neueres gibt.
Um zu ermitteln, welche SYS-Dateien zu einem Treiber gehören, wählen Sie in dessen Eigenschaften den erwähnten "Treiber"-Tab und klicken auf die Schaltfläche "Treiberdetails". Ein Pop-up-Fenster verrät Ihnen nun Näheres.
3. Per Device- und Vendor-ID einen Treiber finden
Bei Treiber-Einträgen blendet der Geräte-Manager mitunter ein Warnsymbol wie etwa ein Ausrufungszeichen ein. Per Doppelklick rufen Sie die Eigenschaften solcher Komponenten auf und sehen auf dem Tab "Allgemein", wo der Schuh drückt. Auf einem Testgerät sahen wir den Fehlercode 28: "Es sind keine kompatiblen Treiber für dieses Gerät vorhanden". Das Problem lösen Sie, indem Sie den passenden Treiber in einem Webbrowser aufstöbern, ihn herunterladen und installieren. Um die nötigen Infos einzuholen, wechseln Sie im Geräte-Manager auf den Tab "Details". Klappen Sie das Drop-down-Menü bei "Eigenschaft" auf und wählen Sie den Eintrag "Hardware-IDs". Nun begutachten Sie mehrere Zeilen, in denen jeweils dieselbe "VEN"- und eine identische "DEV"-ID-Zeichenfolge steht.
Dabei bezeichnet "VEN" den Vendor, also den Hersteller, während "DEV" für Device (Geräte-ID) steht. Geben Sie diese Infos bei einem Webdienst wie https://www.pcilookup.com/ ein, sehen Sie den Hersteller in Klarschrift und erfahren die Produktbezeichnung. Die Vendor-ID 10DE etwa steht für Nvidia und die Device-ID 1C8D für die Grafik GP107M (GeForce GTX 1050 Mobile). Indem Sie eine Suchmaschine wie Bing oder Google mit dem Gerätenamen und einem Begriff wie "driver" oder "treiber" füttern, stoßen Sie auf eine Download-Möglichkeit. Im Beispiel ist das zugehörige Treiberpaket recht groß, nach der Installation war das Ausrufungszeichen verschwunden.
4. Treiber deinstallieren, deaktivieren und reaktivieren
Sowohl im Rechtsklick-Menü (Kontextmenü) von Treibern als auch in deren Eigenschaften stehen Einträge bereit, mit denen Windows die Steuerungsprogramme deaktiviert, aktiviert oder deinstalliert. Das Deinstallieren bietet sich an, wenn sich eine Hardware widerspenstig verhält. Windows installiert den betreffenden Treiber im Rahmen eines Neustarts neu. Danach sind die Komplikationen hoffentlich aus der Welt geschaffen. Das Deaktivieren und anschließende Aktivieren bietet sich ebenfalls als Problemlösungsversuch an; ähnlich verhält es sich mit einem vorhandenen LAN-Ethernet- und/oder einem WLAN-/Wifi-Netzwerkadapter, jeweils über den OS-Netzwerkdialog (mit Windows-R und ncpa.cpl aufzurufen) temporär lahmzulegen.
Es ist nicht unbedingt nötig, Windows zur automatischen Neuinstallation eines deinstallierten Treibers zu rebooten. Alternativ klicken Sie im Geräte-Manager zur Neuerkennung Ihrer Hardware oben auf "Aktion > Nach geänderter Hardware suchen". Interessant, aber meist nicht nötig, ist die Klickfolge "Aktion > Legacyhardware hinzufügen". Es öffnet sich ein Assistent, mit dem Sie "Treibersoftware installieren [können], um ältere Geräte ohne Plug & Play zu unterstützen, die nicht automatisch von Windows erkannt werden. Sie sollten diesen Assistenten nur verwenden, wenn Sie über fortgeschrittene Hardwarekenntnisse verfügen oder wenn Sie vom technischen Support hierher verwiesen worden sind. Falls die Hardware mit einer Installations-CD geliefert wurde, sollten Sie auf 'Abbrechen' klicken, um den Assistenten zu schließen, und die Hardware mit der Hersteller-CD zu installieren".
Den Wizard erreichen Sie auch ohne den Geräte-Manager, indem Sie Win-R drücken und hdwwiz eingeben.
Eine Hardware-neu-erkennen-Funktion bietet alternativ der Windows 11 Manager (Shareware), der sogar imstande ist, unterschiedliche Treiber wie jenen der Grafikkarte neu zu starten. Letzteres gelingt über devmgmt.msc nicht direkt und auch das eignet sich als Troubleshooting-Maßnahme. Die kostenlose Wintoys-App beherrscht zumindest Grafikkarten-Treiber-Neustarts, ferner gelingen diese erstmals unter Windows 10 sowie zudem unter Windows 11 bordseitig mithilfe des Hotkeys Strg-Umschalt-Windows-B. Die kostenlose Vollversion "Ashampoo WebCam Guard" macht sich das Deaktivieren und Aktivieren des Webcam-Treibers zunutze, um die PC-Sicherheit zu erhöhen (Kamera-Spionage unterbinden durch Deaktivierung; durch Aktivierung Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit des Computers).
5. Treiber-Updates durchführen
Der Geräte-Manager bietet eine Aktualisierung von Treibern an, die jedoch leider oft nur halbgar funktioniert. Klicken Sie im Bordmittel mit der rechten Maustaste auf einen Geräte-Eintrag, finden Sie den Menüpunkt "Treiber aktualisieren" (Windows 10/11) vor. Bei Windows 7/8.1 heißt er "Treibersoftware aktualisieren".
Der Kontextbefehl öffnet einen Dialog. Die älteren Systeme fahndeten hier per oberer Schaltfläche "Automatisch nach aktueller Treibersoftware suchen" laut Beschreibungstext sowohl "Auf dem Computer" als auch "im Internet" nach einer neuen Version. Bei Windows 10 bis einschließlich der Version 1607 heißt der Kontextmenüpunkt zum Updaten wie bei Windows 7/8.1; seit Windows 10 1703 und unter Windows 11 ist er zu "Treiber aktualisieren" verkürzt. Bis einschließlich Windows 10 1909 soll die entsprechende devmgmt.msc-Routine im Web und auf dem Computer nach Updates suchen. Seit Windows 10 2004 und unter Windows 11 ist in der Dialog-Beschreibung nur noch von einer Recherche auf dem Computer die Rede. Nutzer finden jedoch eventuell Treiber über das (gerätemanagerseitig verlinkte) Windows Update.
6. Computername in Erfahrung bringen
Ganz oben im Geräte-Manager sehen Sie Ihren Computernamen. Er erscheint auch in den Systemeigenschaften (Win-Pause drücken) und ist vor allem im Netzwerk wichtig: Ein Multifunktionsgerät (MuFu), das neben einem Drucker auch ein Scanner ist, speichert neue Scans etwa auf Ihrem Computer.
Damit Sie Letzteren identifizieren können, erfolgt eine Ausgabe von dessen Namen auf dem MuFu-Display. Bei Windows 7 und Windows 8.1 legen Sie den Computernamen zwingend während der System-Installation fest, bei Windows 10 ist dies mangels einer Abfrage diesbezüglich währenddessen nicht möglich. Das Windows-11-Setup erlaubt wieder eine individuelle Namensvergabe, sie ist als Novum optional und lässt sich somit überspringen.
Bei den erwähnten Systemen können Sie die Titulierung im Nachhinein ändern. Dies erledigen Sie über Win-R und sysdm.cpl, einen Klick auf "Ändern" und einen Systemneustart. Am Ende sollten Ihnen der Geräte-Manager und das Win-Pause-Fenster die neue Bezeichnung anzeigen.
7. Geräte-Manager aufräumen: Geister-Treiber deinstallieren
Treiber von Geräten, die aktuell nicht am PC angeschlossen sind, nennt man auch Geister-Treiber. Deinstallieren müssen Sie diese nicht: Denn verbinden Sie mit ihnen verbandelte Geräte erneut mit dem PC, kommen die zugehörigen Treiber wieder zum Einsatz. Wenn Sie jedoch manche Hardware nicht mehr besitzen, ergeben für sie designierte Treiber im System keinen Sinn mehr. Dann sollten Sie diese als auf virtuelle Sauberkeit bedachte Person entfernen: Aktivieren Sie hierfür "Ansicht > Ausgeblendete Geräte anzeigen", und schon sehen Sie nach einem Doppelklick auf eine Kategorie Ihrer Wahl etwaige verwaiste Treiber; sie sind anhand einer leicht ausgegrauten Darstellung zu erkennen. Die Funde deinstallieren Sie per Rechtsklick und mit dem zugehörigen Kontextbefehl.
Seit Windows 8 ist die bequeme Deinstallation von Geister-Treibern möglich; bei Windows 7 ist die genannte Klickfolge in der Menüleiste wirkungslos. Das ändern Sie, indem Sie den Geräte-Manager über eine Administrator-Kommandozeile starten, wobei Sie zuvor einen vorbereitenden CMD-Befehl in der Konsole absetzen. Alternativ hinterlegen Sie eine Umgebungsvariable im System und bugfixen es somit sozusagen dauerhaft.
8. Alten IDE- auf modernen AHCI-Treiber umstellen
Es ist ein falscher Mythos, dass SATA-Festplatten und -SSDs das SATA-Protokoll nutzen; eigentlich sollte man von AHCI sprechen. Die Technik bietet Tempovorteile gegenüber dem veralteten IDE. AHCI unterstützt etwa im Gegensatz zu IDE die NCQ-Technik (Native Command Queuing), die es dem Laufwerk überlässt, in welcher Reihenfolge es Anfragen abarbeitet, was für die Geschwindigkeit gut ist. Aus Kompatibilitätsgründen haben einige nicht ganz taufrische Computer-Motherboards noch IDE als Option an Bord. Haben Sie Windows bei aktivierter BIOS-Einstellung "IDE" installiert, läuft Ihr Laufwerk im IDE-Modus – und damit langsamer als nötig.
Im BIOS-Setup könnten Sie zwar von IDE auf AHCI umschalten, doch würde Windows 7/8.1/10/11 danach jeden Bootvorgang mit einem Bluescreen quittieren. Die Lösung ist, vor dem Eingriff in die BIOS-Settings einen Registry-Hack vorzunehmen. Haben Sie alles richtig gemacht, sollten Sie im Geräte-Manager am Ende das moderne Laufwerkprotokoll AHCI ausgewiesen bekommen. Details finden Sie im folgenden Ratgeber: "Windows für SSDs optimieren: So laufen PC und Flash-Speicher noch besser".
9. Treiber-Rollback: Alten Treiber wiederherstellen
Bereitet eine neue Treiber-Version Probleme, kehren Sie zur zuvor installierten zurück: Steuern Sie in den Eigenschaften des zusammenhängenden Geräts den Tab "Treiber" an. Dort wählen Sie – sofern nicht ausgegraut – die Schaltfläche "Vorheriger Treiber".
10. Verschiedene Geräte-Manager-Ansichten aktivieren
Klicken Sie oben im Geräte-Manager auf "Ansicht", finden Sie unterschiedliche aktivierbare Darstellungs-Modi, um das Rückgrat Ihres PC-Getriebes zu untersuchen. Unter Windows 10 und Windows 11 tauchen mehr Einträge als unter Windows 7 und Windows 8.1 auf:
- "Geräte nach Typ" (Standard)
- "Geräte nach Verbindung"
- "Geräte nach Container"
- "Geräte nach Treiber" (zeigt INF-Einträge an)
- "Treiber nach Typ"
- "Treiber nach Gerät"
- "Ressourcen nach Typ" (Vorsicht, sehr technisch)
- "Ressourcen nach Verbindung" (Vorsicht, sehr technisch)
Alternativen für Profis: Treiberüberprüfungs-Manager & Co.
Was Hardware-Hersteller im Rahmen des WHQL tun, erledigen auch Sie unter Windows: Treiber auf ihren einwandfreien Betrieb überprüfen. Möglich macht dies der Treiberüberprüfungs-Manager, der unter C:\Windows\System32 als Datei "verifier.exe" gespeichert ist.
Für den Aufruf drücken Sie Win-R und geben verifier ein; es öffnet sich ein Assistent. Mit ihm simulieren Sie etwa PC-Höchstlast und bringen Ihre Treiber somit ins Schwitzen. Wenn jene auf diese Situationen nicht vorbereitet sind, kommt es schon einmal zu Bluescreens. Das Tool sollten vor allem Profis nutzen, es bereitet mitunter ernsthafte Schwierigkeiten.
Eine alternative GUI (Graphical User Interface, grafische Benutzeroberfläche) zum Geräte-Manager bei ähnlichen Funktionen bietet der schon angesprochene Windows 11 Manager.
Harmlos ist es, eine Liste der installierten Treiber zu erstellen (siehe den Artikel "Windows: Treiber-Liste als Excel-Tabelle speichern"). Schließlich finden Sie im folgenden Ratgeber jede Menge weitere Inspiration zu Systemnahem: "Windows für Profis: So tunen Sie Kernel, Registry, Treiber, Dienste, MFT & Co". Zum Sichern von Treibern empfiehlt sich das portable Tool "Double Driver".
Seit Windows 10 sichern Sie aber auch mit der Kommandozeile via pnputil Treiber: siehe unseren Ratgeber zu Backups über CMD-Befehle. Eine alternative Ansicht zum Geräte-Manager bekommen Sie durch das Anzeigen eines Fensters mit tragbaren Geräten serviert. Sind etwa ein iPod touch, ein iPad, eine externe Festplatte und ein USB-Stick angeschlossen, führt Ihr OS diese Devices in seinem "Tragbare Geräte"-Fenster kompakt auf. Zum Anzapfen hiervon bedarf es der Tastenkombination Win-R und der folgenden Zeichenkolonne:
shell:::{35786D3C-B075-49b9-88DD-029876E11C01}